Kurzbeschreibung des Projektes „SPEICHER 7“

Revitalisierung und Umnutzung eines alten Getreidespeichers aus den 1950er Jahren am Mannheimer Hafen zur Gewerbeimmobilie mit Büroräumen, Hotel und Gastronomie.

Der ehemalige Notgetreidespeicher blieb nach Ende des kalten Krieges ohne Nutzung und stand seit den frühen 1980er Jahren leer. Das Gebäude befindet sich in direkter Rheinuferlage zwischen Waldpark und Containerhafen an der Hauptanlegestelle der Flusskreuzfahrtschiffe, an der etwa 75.000 Touristen pro Jahr von Bord gehen.

Die Revitalisierung durch das Planungsbüro Schmucker und Partner umfasst eine umfangreiche energetische Sanierung bei gleichzeitig größtmöglichem Erhalt des industriellen Charakters. So wurde die raumprägende Bestandsstruktur ebenso erhalten, wie die Mehrzahl an Originaloberflächen. Die für die veränderte Nutzung notwendigen Einbauten stehen sauber ablesbar als Addition zum Bestand und dessen einzigartigen Raumgeometrien.

Als Material für die Gebäudehülle fiel die Wahl auf Cor-Ten-Stahl. Die mit 18 cm Wärmedämmung versehene hinterlüftete Fassade erfüllt sowohl die Erfordernisse an den Klimaschutz als auch den Wunsch, den Speicher weiterhin in seine Hafenumgebung einzufügen. Die Fenster sind dreifach isolierverglast und mit außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet.

Die fassadenintegrierte Photovaltaikanlage versorgt die Wärmepumpe, die die Heiz- / Kühldecken, -wände und -böden temperiert. Das Wasser hierfür wird zwei Brunnen entnommen und über das ehemalige Pegelbauwerk wieder in den Rhein eingeleitet.

Der Speicher7 zeigt damit in überzeugender Art und Weise, dass sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und die Bewahrung historischer Architektur und industriellem Erbe nicht ausschließen müssen.

Speicher 7 / Mannheim

IDEE / Planung des Projektes:

Andreas und Peter Schmucker

Ihrem Slogan „Stadt an zwei Flüssen“ konnte Mannheim aufgrund der industriellen Nutzung des Hafens bisher nur bedingt gerecht werden.

Das Nutzungskonzept und die zu erwartende energetische und architektonische Qualität der Planungen überzeugte aber auch den Eigentümer, die HGM, und so entstand ein bisher einmaliger kultureller „Brückenkopf“ der Innenstadt im Hafen.

Wesentliche Idee zur wirtschaftlichen Umsetzung war, die alten Silos (gut die Hälfte des umbauten Volumens) ohne Nutzung zu belassen.

Innovationscharakter / Multiplikatorwirkung / Vorbildfunktion

„reduce, reuse, recycle“ – Slogan der Architekturbiennale 2012 kann auch als Thema der Revitalisierung des Speichers herangezogen werden; beispielgebend für die Umnutzung von Altbestand hinsichtlich Energieeffizienz aber auch Authentizität.

Bauherr:

Rhein-Kai-Speicher GmbH & Co. KG, Mannheim, DE

Architekt:

Schmucker u. Partner Planungsgesellschaft mbH, Mannheim, DE

Standort:

Rheinvorlandstraße 7, 68159 Mannheim, DE

Fassade:

Cor-Ten- Stahl Wellprofile 1,0 mm, Fa. RUUKKI, Finnland

Fenster:

Schüco

Photovoltaikanlage:

Photovoltaik-Fassadensystem STO- Ventec

Beleuchtung:

Artemide

Bodenbelag Büro 7.OG:

Interface, Kollektion Urban Retreat One

Möbel-Innenausbau:

Design / Entwurf: Schmucker u. Partner

Ausführung Schreinerei Katz, Freinsheim

  • BRI: ca. 24.200m3 ( ohne UG)
  • BGF: ca. 6.720 m2 ( ohne UG)
  • Gesamtkosten: ca. 10 Mio. Eur brutto
  • Planungs/ Bauzeit: 11/2010 bis 05/2013

Fotos:

www.klaus-hackl.com